Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Mo. 30.12.13
Ich sehe was, was...
Ich sehe was, was...

Sie kennen es sicherlich auch, dieses alte Kinderspiel: "Ich sehe was, was du nicht siehst..." In unterschiedlicher Zusammensetzung kann man es fast jederzeit und überall spielen. "Ich sehe was, was du nicht siehst. Und das ist grün!" "Das Moos neben dem Baumstamm? Das Auto dort unten? Die Jacke der Frau da vorne?"

"Ich sehe was, was du nicht siehst." Was sehen Sie, wenn Sie auf das neue Jahr 2014 blicken? Ein freudiges Ereignis? Einen bereits jetzt schon gut gefüllten Terminkalender? Einen Stellenwechsel? Ein Jubiläum?

Vielleicht sorgen Sie sich auch um das, was Sie sehen könnten: Wird mein Freund die erneute Krebserkrankung überleben? Behalte ich meinen Arbeitsplatz? Wird meine Kraft reichen für die vielleicht noch unsichtbaren Herausforderungen, die das neue Jahr mit sich bringt?

So klar und deutlich wie bei dem Kinderspiel können wir das, was uns in 2014 erwartet, vermutlich nicht sehen. Aber schon jetzt - kurz vor Beginn des neuen Jahres - gilt für alles, was wir erleben und erfahren werden: Gott will uns dabei begleiten. Unabhängig davon, ob das, was wir (nicht) sehen, blau oder gelb ist, dürfen wir uns darauf verlassen, dass Gott uns in allem und trotz allem nahe ist.

Ob Maria auch schon 'Ich sehe was, was du nicht siehst ' gespielt hat, weiß ich nicht, aber was wir an ihr erkennen können, hat Johannes Kuhn so beschrieben:

"Wie Maria – sich nicht verschließen, nicht nach Erklärung fragen, Vertrauen haben.

Wie Maria – ein weites Herz haben, Gott einlassen und sich nicht fürchten vor dem,

was kommt."

Diese Zuversicht wünsche ich Ihnen und mir für 2014!

Mo. 23.12.13
Wochenspruch, Sonntag, 22.12.2013 bis…
Frank Heyden
Wochenspruch, Sonntag, 22.12.2013 bis Samstag, 28.12.2013

Freuet euch dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe! (Philiper 4,4+5)

 

  • Erklärung

Freut euch, jubelt singt, dazu lädt der 4. Adventssonntag ein. Auf denjenigen, mit dem Gottes neue Welt anbricht, müssen die Menschen nicht mehr lange warten. Er nimmt bereits Gestalt an, wächst heran als Kind seiner Mutter Maria, wird bald geboren werden. Aus Freude darüber stimmt Maria ein Lied an: Dieses, mein Kind, wird die Machtverhältnisse der Welt auf den Kopf stellen, Erniedrigte aufrichten, Hungrige sättigen. Wie Maria werden Verzagte jubeln, und alle Welt wird einstimmen.

 

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Sa. 14.12.13
Wochenspruch, Sonntag, 15.12.2013 bis…
Frank Heyden
Wochenspruch, Sonntag, 15.12.2013 bis Samstag, 21.12.2013

Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig. (Jesaja 40,3.10)

 

  • Erklärung

„Bist du es, der da kommen soll?“, so die Frage von Johannes dem Täufer im Evangelium des 3. Sonntags im Advent. Die Antwort Jesu: Haltet Augen und Ohren offen, „Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt“. In der Lesung aus dem ersten Testament verheißt der Prophet Jesaja den nach Babylon Verbannten: Bald wird der Herr Wege ebnen zurück in die Heimat, die zerstörte Stadt Jerusalem wird wieder neu aufblühen. Hinter den Fassaden der Wirklichkeit Gottes neues Welt zu erkennen und für sie zu leben, dazu ermuntert dieser Sonntag.

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Frank Heyden

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Do. 05.12.13
Advent, Advent, …
Astrid Gutke
Advent, Advent, …

Advent, Advent, …

… und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hast du Weihnachten verpennt!

Moment, Weihnachten verpennen? Mal angenommen, wir würden das wollen, würden wir das schaffen?

Lassen Sie uns doch mal überlegen: Im September werden wir, noch die Flip Flops an den Füßen, das erste Mal liebevoll an das bevorstehende Weihnachtsfest erinnert. In den Geschäften trifft uns die Auslage mit voller Wucht. Lebkuchen, Weihnachtsmänner, Spekulatius - das volle Programm.

Im Oktober lenkt uns für eine kurze Zeit das Halloween-Fest ab. Danach geht’s mit großen Schritten voran. Es dauert nicht mehr lange und wir sind gefangen vom Weihnachtszauber. Lichterketten überall – Weihnachtsmusik aus den Lautsprechern - erste Gedanken an Geschenke, die wir besorgen wollen – an das Weihnachtsessen oder auch an die Dekoration.

Wenn ich das alles so betrachte, können wir Weihnachten gar nicht verschlafen. Aber vielleicht geht es Ihnen da ähnlich wie mir, ich möchte das auch gar nicht. Ich möchte mich auf Weihnachten freuen. Ich möchte den Advent genießen. Advent - adventus aus dem lat., eigentlich sogar adventus Domini = Ankunft des Herrn. Geburt des Herrn.

Also, warum sollen wir uns nicht Gedanken um Geschenke, Essen oder auch Dekoration machen – wir bereiten schließlich eine große Geburtstagsparty vor. Mit allem, was dazu gehört.

Hören wir in einer Geschichte von Rudolf Horn, wie Jesus wohl über seine Geburtstagsfeier denkt:

 

Miese Feier

Meine Geburtstagsfeier in diesem Jahr war ein totaler Reinfall.

Dabei hatte ich mich so darauf gefreut! Zunächst sah es so aus, als würde es ein tolles Fest geben. Schon Wochen vorher haben sich die Leute vorbereitet, Geschenke besorgt, sich fein gemacht, gebacken und geheimnisvoll mit Geschenkpapier geraschelt.

Und dann war es endlich so weit. Sie  kamen, und wie viele; die Hände voller Geschenke. Sie  klingelten an der Haustür; ich sprang in den Korridor, riss die Türe auf und dann, dann kam der Reinfall.

Sie schoben sich an mir vorbei ins festliche Zimmer; sie freuten sich, da zu sein, sie lachten und umarmten sich - aber mich beachtete keiner. Ich hatte noch nicht ganz begriffen, was da eigentlich ablief, da knallten sie die Tür ins Schloss, und ich stand draußen. Ich hörte sie dann noch lange im Haus lachen und feiern, aber ich kam mir dabei reichlich blöd vor; denn eigentlich war es doch mein Geburtstag.

 

Als ich das las, kam ich ein bisschen ins Grübeln. Mir fiel wieder das kleine Gedicht ein. Der Satz „dann steht das Christkind vor der Tür“ bekommt auf einmal eine ganz andere Bedeutung.

Rudolf Horn hat seiner Geschichte noch einen Satz hinzugefügt: Weihnachten feiern heißt: die Geburt von Jesus zu feiern, der gekommen ist, weil Gott uns nicht draußen stehen lassen wollte.

Also lassen Sie uns die Tür öffnen! Lassen wir Jesus, das Geburtstagskind, hinein! Er liebt uns Menschen und wünscht sich sicher nichts mehr, als mit uns gemeinsam bei seiner Feier zu sein!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ganz viel Spaß bei den Vorbereitungen und ein wunderbares Weihnachtsfest.

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Astrid Gutke

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So. 24.11.13
Denkpause
Haike Gleede
Denkpause

Etwas Neues beginnt

Letzte Woche haben wir uns im Konfirmandenunterricht mit dem Thema „Tod – Sterben- Ewigkeit“ beschäftigt. Auch den Bestatter haben wir besucht und dort viele Fragen stellen können. Für die 13-14jährigen war das ein spannendes Thema. Es wurde ihnen bewusst, dass ein Mensch auch über den Tod hinaus seine Würde behält. Viele sind überzeugt, dass mit dem Tod etwas ganz Neues beginnt. Ich habe mich gefreut, dass ich mit den Jugendlichen so offen und frei über dieses Thema sprechen konnte. Das ist nicht selbstverständlich. In unserer Gesellschaft wird der Tod eher verdrängt. Erst wenn sie unmittelbar betroffen sind, beginnen viele sich damit auseinanderzusetzen. Kaum noch ein Verstorbener wird zuhause aufgebahrt. Nur wenige wissen um das Ritual einer Aussegnung. Für mich sind das immer besondere Momente, wenn wir uns mit der Familie um das Bett des Verstorbenen versammeln, singen, beten und den Segen sprechen.  

Mit dem Toten kommt heute kaum noch jemand in Berührung – jedenfalls in Deutschland. Als ich in Russland als Pastorin tätig war, habe ich eine völlig andere Bestattungskultur erlebt. Die Familie selbst bereitet den Leichnam für die Beerdigung vor. Drei Tage wird der Tote zuhause aufgebahrt. Nachbarn und Verwandten wechseln sich mit der Totenwache ab, trauern gemeinsam am offenen Sarg. Immer wieder berühren und küssen sie den geliebten Menschen, von dem sie Abschied nehmen müssen. Es ist sehr ergreifend das mitzuerleben. Bevor es zum Friedhof geht, versammelt sich die Familie um den offenen Sarg für ein letztes Foto. Diese Art des Abschieds lässt die Menschen den Tod begreifen und gibt der Trauer Raum.

Es ist wichtig, dass wir uns mit dem Tod auseinandersetzen. Dann verliert er seinen Schrecken. Heute feiern wir in unseren Kirchen Ewigkeitssonntag. Wir gedenken der Verstorbenen und hören tröstende Worte. Sie lassen uns einen Blick in die Zukunft wagen: „Siehe, ich mache alles neu!“ sagt Christus.

Mit dem Tod beginnt etwas ganz Neues – daran glauben Christen überall auf der Welt.

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Mo. 24.11.14
„Weihnachten und andere Katastrophen“ heißt…
Henning Sievers
„Weihnachten und andere Katastrophen“ heißt ein Buch mit humorvollen Geschichten. Irgendwas geht immer schief bei den Festvorbereitungen.

"Weihnachten und andere Katastrophen" heißt ein Buch mit humorvollen Geschichten. Igendetwas geht immer schief bei den Festevorbereitungen.

So wie der Weihnachtsbaum, der, am Vorabend geschmückt, mit all seiner Pracht am nächsten Morgen bei uns im Wohnzimmer lag und den ganzen Heiligabendzeitplan durcheinanderbrachte.

Und warum wieder ausgerechnet am Heiligabend mit dem Kind zum ärztlichen Wochenenddienst?

Alle Planungen scheinen nichts zu nützen, um das Fest gelingen zu lassen.

Wird dieses Jahr Weihnachten wieder was passieren? Zuhause? Oder etwas ganz Furchtbares, wie die Flutwelle vor einigen Jahren in Asien oder das Erdbeben im Iran. Warum immer zu Weihnachten.

Da ist doch der Wunsch, dass alles gut sein möge, die Sehnsucht nach ein bisschen heiler Welt - wenigstens an Weihnachten. Bin ich behütet? Kann ich sicher sein? Habe ich Menschen, die sich um  mich kümmern? Wenigstens an Weihnachten - und der Erwartungsdruck ist dann stark, dass alle sich vertragen und guter Stimmung sind. Diese Erwartungen an das Fest!

Was tun mit seinen Erwartungen ? Wer erwartet, der hofft.

„Alle Jahre wieder…“ als ob wir jedes Jahr von vorne anfangen mit dem Hoffen. Als ob wir jedes Jahr wieder bei Null beginnen müssen. “Kehrt mit seinem Segen ein in jedes Haus.“ Gott selbst gibt die Hoffnung nicht auf. Und fängt von vorne an. Mit uns – nicht mit seinem Segen. Und auch nicht jedes Jahr, sondern ein für alle Mal. Mit der Geburt seines Sohnes Jesus, in dem sich Gott hier auf der Erde zeigt. So sagt Gott „ja“ zu uns, ein für alle Mal.

Wir haben Gottes ganzen Segen. Es mag noch manches passieren an kleinen und großen Katastrophen, aber seinen Segen haben wir – auch dann.

Gott verspricht nicht, dass das Essen nicht anbrennt und der Tannenbaum gerade stehen bleibt, und dass alle sich in der Familie vertragen. Vielmehr sagt er: obwohl das alles passieren kann, gehörst du zu mir. Verlass dich drauf. Auch wenn schlimme Dinge passieren können, ich habe meinen ganzen Segen über dir ausgebreitet, über der ganzen Menschheit. Alle Liebe, die ich habe, habe ich gegeben in Jesus, sagt Gott. Ein für alle Mal. Und das kannst du feiern, wenn du das Kind in der Krippe feierst.

Pastor Henning Sievers

Pastor der Michaelskirche

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Fr. 01.11.13
Gedanken zur Jahreslosung 2014
Frank Hasselberg
Gedanken zur Jahreslosung 2014

Gedanken zur Jahreslosung

 

Liebe Leserin, lieber Leser!

Was ist Glück? Wer weiß das schon. Sind Sie glücklich? Wer würde das uneingeschränkt von sich sagen. Es gibt schließlich gute und schlechte Tage, Höhen und Tiefen. Niemand ist immer nur glücklich – das wäre auch schwer zu ertragen, denn wer keinen Regen kennt, freut sich auch nicht über den Sonnenschein.

Eine wunderschöne Definition gibt uns die Jahreslosung für 2014: „Gott nahe zu sein, ist mein Glück.“ Das steht im 73. Psalm, Vers 28. Aber: Ist das nicht etwas leichtfertig dahingesagt, wenn mir gerade das Wasser bis zum Hals steht, wenn ich keinen Sinn mehr in meinem Leben sehe? Auch der Psalmbeter hat schwere Zeiten durchschritten, er kennt ebenso die dunklen Stunden, wo man mit Gott hadert. Und trotzdem - oder gerade deswegen - sieht er, wo sein wahres Glück liegt. Es geht nicht um Friede - Freude - Eierkuchen, sondern um ein gelingendes, ein erfülltes Leben diesseits von schneller Glückseligkeit, wie viele Menschen sie suchen. Der Unterschied zwischen Vergnügen und Glück ist derselbe wie zwischen einem Kahn und einem Ozeandampfer: Auf den Tiefgang kommt es an.

Im Erscheinungszeitraum dieser „Brücke“ begehen wir die stille Woche mit Volkstrauertag, Buß- und Bettag, Toten- oder Ewigkeitssonntag. Mancher trauert um einen geliebten Menschen, hat Sorgen, ist einsam. Das Glück, von dem im Psalm die Rede ist, ist kein billiges Versprechen, sondern es geht viel tiefer. So, wie Maria es erfährt, als sie mit Jesus schwanger ist. Das Glück der Geburt im Stall von Bethlehem, auf das wir auch wieder zusteuern. Die Freude trotz der widrigen Umstände damals, in der ersten Heiligen Nacht. So können wir mit Gott auch getrost ins neue Jahr gehen. Denn das ist uns Christen zugesagt: Ihr werdet es nicht nur leicht im Leben haben, aber Euch erwartet ein Glück, das alles andere überstrahlt. Deshalb heißt es weiter im 73. Psalm: „Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.“

In diesem Sinne: Eine nachdenkliche stille Zeit im November, eine wunderschöne Advents- und Weihnachtszeit und ein gesegnetes neues Jahr 2014!

Das wünscht Ihnen und Euch allen

Pastor Frank Hasselberg

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So. 13.10.13
Wochenspruch, Sonntag, 13.10.2013 bis…
Frank Heyden
Wochenspruch, Sonntag, 13.10.2013 bis Samstag, 19.10.2013

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. (Micha 6, 8)

 

Erklärung

Mit den Heiligen ist das so eine Sache, jedenfalls evangelisch gesehen. Doch wahrhaft protestantisch sprechen die Bibeltexte des 20. Sonntags nach Trinitatis vom „Heiligtum aller Gläubigen“. Wenn ein Mensch versucht, für Gottes Spielregeln zum Leben, seine Gebote, für die Würde und den Schutz allen Lebens tatkräftig zu leben, so die Texte, werde er geheiligt. Heilig sein bedeute nach dem Wochenspruch: aufmerksam mitgehen mit Gott. Und die Lesung aus der Hebräischen Bibel teilt Gottes Versprechen mit, er werde nahe sein, damit das Leben nicht vergehe.

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So. 06.10.13
Wochenspruch Sonntag, 06.10.2013 bis Samstag…
Frank Heyden
Wochenspruch Sonntag, 06.10.2013 bis Samstag,12.10.2013

Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. (Psalm 145, 15)

 

 Erklärung

Für die Ernte danken – ein Relikt in ländlichen Gemeinden? Vermehrt sorgt eine Nahrungsmittelindustrie für volle Lebensmittelregale in den Supermärkten und volle Mülleimer der reichen Länder, zugleich für leere Mägen der Menschen in den anderen Regionen.
Entedankfest feiern bietet die Gelegenheit, sich darauf zu besinnen, was wir und andere zum Leben brauchen. Dank spricht aus, dass etwas nicht selbstverständlich ist. Die Bibeltexte des Sonntags erinnern daran, dass Nahrung nicht Besitz ist oder gar der Gewinnmaximierung dient. Was auf Erden wächst, sollte Allen zum Leben dienen.

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So. 29.09.13
Wochenspruch Sonntag, 29.09.2013 bis Samstag…
Frank Heyden
Wochenspruch Sonntag, 29.09.2013 bis Samstag, 05.10.2013

Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe. (1. Johannes 4, 21)

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Mi. 25.09.13
Unser tägliches Brot gib uns heute....
Unser tägliches Brot gib uns heute....

In unseren Breiten gehört die Scheibe Brot zur täglichen Ernährung. Morgens mit Marmelade und abends mit Leberwurst bestrichen, möchten wir nicht darauf verzichten.

Brot gehört dazu. Früher kam das ganze Dorf zusammen, um das Brot im Backhaus zu backen. Heute stehen wir in der Bäckerei vor vollen Regalen und können wählen zwischen unendlich vielen Sorten. Brot ist selbstverständlich und im Überfluss vorhanden. Das war nicht immer so, doch inzwischen leiden wir in unserer Region daran keinen Mangel. Gott sei Dank!

 

Sie alle kennen das Vaterunser. In einer Bitte dieses Gebetes heißt es: "Unser tägliches Brot gib uns heute".

Ist denn diese Bitte bei den vollen Regalen überhaupt noch zeitgemäß? Wir brauchen doch nicht mehr zu bitten, wir können doch kaufen. Ja, stimmt, Brot können wir kaufen; manchmal so viel, dass einiges davon im Müll landet. 

Aber können wir Brot noch achten und dafür dankbar sein?

 

So viel ist nötig, damit wir Brot auf dem Tisch haben: die Samenkörner müssen keimen und wachsen. Das gelingt nur, wenn guter Boden und das passende Wetter die Bedingungen dafür schaffen. Dann steht das Getreide -wenn alles gut geht- so schön und üppig auf den Feldern. Danach geht es an die Ernte, das reife Korn wird zu Mehl verarbeitet und das schließlich zu Brot. Wer diesen Werdegang betrachtet, begreift: Brot ist etwas Wunderbares und Wertvolles.

 

"Unser tägliches Brot gib uns heute". Diese Bitte erinnert uns an das Wertvolle und Lebensnotwendige, das wir von Gott und den Menschen bekommen. Dazu gehört ja nicht nur Brot, also Essen und Trinken. Dazu gehört viel mehr: Zeit, die wir für uns selbst und für andere haben; Freundschaft, die den anderen/ die andere mit Gottes Augen sieht; Freude daran, mit anderen zu teilen....

Ihnen fällt sicher noch mehr ein. Und das alles wünsche ich Ihnen.

Mo. 09.09.13
Die Mitte – ist doch logisch!
Frank Hasselberg
Die Mitte – ist doch logisch!

Wieso heißt der Mittelfinger eigentlich Mittelfinger? Na logisch: Weil er der mittlere von fünf Fingern ist. Und warum heißt der Mittwoch Mittwoch? Na, ist doch auch klar, weil er die Mitte…. Aber Moment mal: Sieben Tage hat die Woche, und sie fängt doch mit dem Montag an, oder?! Dann ist der Mittwoch der dritte Tag, das kommt aber mit der Mitte nicht hin. So wenig es eine kleinere oder größere Hälfte von etwas gibt, so wenig kann eine Mitte an den Rand rücken. Da muss irgendwo ein (Denk-) Fehler sein.

Also schaue ich in die beiden Bücher, die kaum eine Antwort schuldig bleiben: Das Internet-Lexikon „Wikipedia“ und die Bibel. Das Lexikon sagt, es wird unterschiedlich gezählt: Nach bürgerlicher Zählung ist der Mittwoch der dritte Wochentag, nach jüdischer, christlicher und islamischer Zählung der vierte – und damit der mittlere. Wie kam es dazu?

Gleich zu Beginn der Bibel lesen wir, dass Gott an sechs Tagen die Welt erschuf und am siebten Tage ruhte. Dieser Ruhetag ist der Sabbat der Juden, wir nennen ihn Samstag oder Sonnabend. Auch die Christen haben an dieser Zählung festgehalten: Jesus ist am Ostersonntag auferstanden, „als der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach“ (Matthäus 28, 1). Wegen der fundamentalen Bedeutung der Auferstehung Jesu wurde der erste Tag dann als Sonntag der Feiertag der Christen. Und wenn der Sonntag der erste Tag ist, stimmt es mit dem Mittwoch natürlich.

Und tatsächlich war der Sonntag in Deutschland bis Ende 1975 offiziell der erste Wochentag! Diese Regelung wurde dann durch die DIN 1355-1 abgelöst, die den Montag dazu bestimmte. In vielen anderen Teilen der Welt ist – entsprechend der jüdisch-christlichen Zählung – noch immer der Sonntag der erste Wochentag. Bei uns wird heute der Sonntag zusammen mit dem Samstag zum „Wochenende“ gerechnet. Aber man muss ja nicht jeden Unsinn mitmachen. Die Bibel ist mir wichtiger als alberne staatliche Regelungen. Sie ist für mich die Mitte.

Darum wünsche ich Ihnen kein „schönes Wochenende“, sehr wohl aber einen gesegneten Sonntag!

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Mi. 01.06.16
Losung des Monats Juni
Losung des Monats Juni

Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden.
Ex 15,2 (E)

So. 30.06.13
Denkpause
Haike Gleede
Denkpause

Denkpause!

Mittsommer 
Sommersonnenwende wird am 24. Juni vor allem in Skandinavien gefeiert.

Ab diesem Tag werden die Tage wieder dunkler.

Zur Sommersonnenwende feiern wir in Horstedt das Johannisfest. Schließlich ist Johannes-der-Täufer der Namenpatron unserer Kirche.

Johannes steht für einen Neuanfang und für Umbruch.

Nicht zufällig wurde sein Geburtstag auf den 24. Juni gelegt, ein halbes Jahr vor Jesu Geburt. Johannes kündigt einen Wandel an und er bereitet den Weg vor – den Weg Jesu in die Herzen der Menschen.

Johannes taufte die Menschen im Jordan. Aber er wies ausdrücklich darauf hin: „Ich taufe mit Wasser, aber der da kommt, wird euch mit Feuer und dem Heiligen Geist taufen.“

Zum Johannisfest gehört das Johannisfeuer.

Jesus tauft mit Feuer, mit dem Heiligen Geist, der uns in Bewegung bringt.

Auch in unserem Kirchenkreis gibt es in diesem Sommer viele Umbrüche und Aufbrüche. Manche verlassen ihren bisherigen Wirkungsort und stellen sich neuen Aufgaben. Andere bleiben und strukturieren die Arbeit vor Ort neu.

„Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen“ lautet ein Sprichwort aus der Antike. Nichts bleibt wie es ist. Das Leben fließt, alles ist in Bewegung.

Wer sich alte Fotos anschaut, erkennt die Veränderung an sich selbst oft mit Schrecken, manchmal auch mit einem Schmunzeln. Menschen verändern sich, Lebensräume werden neu gestaltet.

Nur wer bereit ist, sich zu bewegen, wird etwas Neues erleben.

Ein schwedisches Möbelhaus wirbt gerade mit dem Slogan: „Mittsommer – alles steht Kopf.“ Das Motto passt auch zu Johannes, der sagt: Es kommt einer, der ist stärker als ich und der wird alles auf den Kopf stellen.

Es ist gut, hin- und wieder das Leben aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und einen neuen Weg einzuschlagen. Was ich heute entscheide, hat Auswirkung für die Zukunft. Ich hinterlasse Spuren. Ich möchte meinen Geist dafür einsetzen, dass es Lichtspuren sind im Fluss des Lebens.

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Mo. 19.08.13
Die Entdeckung der Langsamkeit
Die Entdeckung der Langsamkeit

Das Fahrrad ist doch eine geniale Erfindung! Ursprünglich hat es den Menschen geholfen, schneller als zu Fuß von einem Ort zum anderen zu kommen und auch größere Entfernungen zurückzulegen. Heute ermöglicht es den Menschen, im Vergleich zum Auto, langsamer und beschaulicher Strecken zu bewältigen.
Seit ein paar Jahren habe ich meinen „inneren Schweinehund“ überwunden und fahre  mit dem Fahrrad zur Arbeit, in diesem Sommer zunehmend lieber. Ich erlebe diese 25 Minuten, die ich ganz für mich habe, in der ich an der frischen Luft und in Bewegung bin, wie ein Geschenk. Ich sehe die Veränderungen in der Natur, die blühenden Blumen am Wegrand, ich nehme die Gerüche der verschiedenen Jahreszeiten wahr, ich grüße die Radler, die mir entgegenkommen und werde zurückgegrüßt. Ich habe Zeit, mich auf den Tag einzustellen bzw. von der Arbeit Abstand zu gewinnen, Menschen, denen ich begegnet bin, gute Gedanken zu schicken. Ich habe eine Pause zum Denken. Kein Verkehrsstau, keine Parkplatzsuche. Dafür nehme ich gerne in Kauf, langsamer und länger unterwegs zu sein als mit dem Auto.
Das Leben „entschleunigen“, eine Pause einlegen, zur Besinnung kommen trotz oder vielleicht auch gerade wegen all meiner Termine, das erlebe ich als hilfreich.
Gerade jetzt nach der Urlaubszeit, wenn der Alltag mit seiner Routine und all seinen Anforderungen wieder eingekehrt ist, wünsche ich uns allen immer wieder solche Auszeiten mittendrin, die wir einplanen und uns auch wirklich nehmen. Denn schließlich hat Gott uns die Zeit gegeben, aber von Eile – von Stress und Termindruck, von möglichst schnell und ähnlichem – hat er nichts gesagt.

Sa. 17.08.13
Alltags-Theater
Matthias Richter
Alltags-Theater

An diesem Wochenende sind sie wieder unterwegs in Rotenburg, Artisten und Comedians. Für sie wird die Straße zur Bühne. Viele werden sie zum Lachen bringen, verzaubern und manchmal auch in melancholische Stimmung versetzen.

Dabei ist das, was uns auf der Straße vorgeführt wird, dichter dran an unserem Leben, als uns das manchmal bewusst und vielleicht auch lieb ist. Wir Menschen spielen Rollen – in der Familie, der Partnerschaft, auf der Arbeit. Wir sagen Sätze, hinter denen wir nicht ganz stehen können. Wir machen Dinge, die wir eigentlich anders machen wollen. Wir benutzen Masken gegenüber unseren Freunden und Kollegen und auch denen gegenüber, die uns ganz nahe sind. Dann lachen wir, obwohl wir traurig sind oder machen gute Miene zum bösen Spiel.

Solches „Alltags-Theater“ kommt nicht gut an. Wo zu offensichtlich eine Rolle nicht zu einer Person passt, ist uns das unangenehm. Wo jemand seine Maske fallen lässt, sind wir enttäuscht oder erschrocken, dass wir nicht gemerkt haben, dass unser Gegenüber ganz anders ist.

Ein Freund hat aber neulich eine Lanze für das Maskenspiel im Alltag gebrochen. Er saß mit Kollegen in einer Besprechung und man war sich herzlich uneins. Mehr noch: Die Luft war dick, die Fronten verhärtet, man fand sich gegenseitig unmöglich. „Idioten sind es, wo bin ich hier hingeraten?“, das musste er immer denken. Beim Rausgehen aber ließ er dem größten Idioten an der Tür höflich den Vortritt: „Nach Ihnen, werter Kollege!“ Das mit dem „werten Kollegen“ ist ihm so rausgerutscht. Im Nachhinein aber freute er sich drüber. Im Moment hatte er es nicht so gemeint. Er hat damit aber spielerisch vorweggenommen, dass es beim nächsten Treffen vielleicht die Chance gibt, sich gegenseitig ganz anders und eben mit Wertschätzung zu begegnen. Die höfliche Maske hat ihm geholfen, ein Stück aus dem Ärger herauszutreten und das Gegenüber noch einmal anders zu betrachten – und die Chance auf eine bessere Zukunft wachzuhalten.

Vielleicht ist unser Alltags-Theater manchmal doch hilfreich. Mich erinnert es an das Sprichwort: „Gott nimmt mich zwar, wie ich bin. Aber zum Glück besteht er nicht darauf, dass ich auch so bleibe, wie ich gerade bin.“

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Matthias Richter

Matthias
Richter
Theologischer Direktor des Agaplesion Diakonieklinikums
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Rotenburg
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Sa. 10.08.13
„Merci, dass es mich gibt!“
Thomas Steinke
„Merci, dass es mich gibt!“

Was sollen sie lernen, die über 72.000 Kinder, die heute niedersachsenweit eingeschult werden? „Lesen, schreiben, rechnen natürlich!“, ist der erste Impuls. Bei weiterem Nachdenken wird schnell klar, dass es im Leben doch um mehr als das ABC und das Einmaleins geht. Entscheidend ist nicht nur reine Wissensvermittlung. In den Lehrplänen der verschiedenen Schulformen wurde in den vergangenen Jahren mit Recht der Kompetenzerwerb betont: Dass Schülerinnen und Schüler z.B. Prozesse einüben, dass sie in vergleichbaren Situationen selbstständig Dinge sich erarbeiten oder gestalten können usw.
Andere Tendenzen wie verkürzte Schulzeiten, Fokussierung auf Noten und Abschlüsse oder später verschulte Studiengänge werfen bei mir allerdings die Frage auf: Welche Ziele verfolgen wir tatsächlich in unserem Bildungssystem, ja in unseren Familien und in unserer Gesellschaft überhaupt?
Für mich sind das lohnende Ziele bei der Erziehung von Kindern und Jugendlichen: Dass diese glücklich und selbstbewusst sind, kooperativ und verlässlich, dass sie zu verantwortungsbewussten Erwachsenen werden.
Das ist mein Wunsch fürs neue Schuljahr, dass wir die Heranwachsenden ermutigen: „Wie gut, dass wir verschieden sind!“ – „Du musst nicht immer die Beste, der Schnellste… sein!“ – „Gemeinsam schaffen wir’s, gemeinsam geht’s besser!“ – „Fehler gehören zum Lernen dazu!“

Im Einschulungsgottesdienst werde ich es den Erstklässlern jedenfalls zusagen: „Vergiss es nie: Dass du lebst, war keine eigene Idee, und dass du atmest, kein Entschluss von dir.

Vergiss es nie: Dass du lebst, war eines anderen Idee, und dass du atmest, sein Geschenk an dich. Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur, ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur. Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu. Du bist du, das ist der Clou, ja der Clou. Ja, du bist du!“ (Jürgen Werth)
Und nicht nur den Einschulungskindern, sondern uns allen wünsche ich, dass wir Gott, unserem Schöpfer, so danken können: „Merci, dass es mich gibt!“ – oder wie es der Psalmbeter sagt: „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin!“ (Psalm 139,14)

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Thomas
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Pastor
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Di. 30.07.13
Träume dein Leben - lebe deinen Traum!
Frank Hasselberg
Träume dein Leben - lebe deinen Traum!

Ich sitze im Auto, endlich nach Hause! Das Radio läuft so nebenbei, ich höre gar nicht richtig zu. Aber dann erklingt ein Lied, das mich aufhorchen lässt. Ich drehe das Radio lauter und beginne mitzusingen. Seit Ewigkeiten habe ich es nicht mehr gehört, trotzdem fällt mir jedes einzelne Wort des englischen Textes spontan wieder ein. Das Lied heißt „Que sera“ und wird gesungen von Doris Day. „When I was just a little girl, I asked my mother: What will I be? Will I be pretty, will I be rich…” – Zu deutsch: „Als kleines Mädchen fragte ich meine Mutter: Was wird aus mir werden? Werde ich schön sein, werde ich reich sein…“

Wie wohl jeder junge Mensch habe auch ich mir damals Gedanken darüber gemacht, wie mein Leben wohl verlaufen wird. Hatte ehrgeizige, auch romantische Vorstellungen von meinem Berufs- und Familienleben. Wusste irgendwann ziemlich genau, was ich wollte und was nicht. Mit zunehmendem Alter wandelten sich meine Vorstellungen, wurden angereichert mit schönen Erfahrungen, bitteren Enttäuschungen und neuen Sichtweisen. Mein Lebensweg bis heute ist geprägt von Höhen und Tiefen, von Umwegen und Sackgassen. Aber so wie ich heute bin, bin ich geworden, weil ich diesen Weg gegangen bin. Und ich habe erfahren: Gott kann auch auf krummen Wegen gerade schreiben. Er hat mich begleitet, mir Mut gemacht, wenn es nötig war, und mein Herz springen lassen, wenn es glücklich war.

Und wie ist es mit Ihnen? Immer alles nach Plan verlaufen? Das wird wohl niemand ernsthaft von sich behaupten können. Wir können unsere Zukunft nicht bis ins Letzte planen oder sie gar vorhersehen. Aber wir können – so gut es geht - unser Leben in die Hand nehmen. Die Verantwortung für uns selber kann uns niemand abnehmen. Und ich darf träumen und mir die Erfüllung des einen oder anderen Traums erhoffen, denn ein Stück meines Lebens liegt immer vor mir und will gelebt werden. Beim Träumen hilft mir manchmal Musik aus dem Radio. Und beim Leben hilft mir der, der versprochen hat: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

 

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Frank Hasselberg

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Frank
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Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
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So. 16.06.13
Sich trauen zu bitten
Matthias Richter
Sich trauen zu bitten

Ein Junge bemühte sich vergeblich, einen riesigen Stein hochzuheben. Der Schweiß rann ihm von der Stirn. Sein Vater schaute zu und sagte schließlich: „Du setzt ja nicht deine ganze Kraft ein!“ „Natürlich“, rief der Junge, „das siehst du doch!“. Der Vater widersprach: „Das stimmt nicht. Du hast mich noch nicht um Hilfe gebeten!“

Ich bin sicher, der Junge hat was gelernt. Denn wenn es wichtig und richtig ist, dass der Stein gehoben werden muss, dann ist es genauso richtig und wichtig, um Hilfe zu bitten und Unterstützer zu suchen.

Zu meiner Tätigkeit für Kirche und Diakonie gehört es, dass ich selbst viele Menschen bitte und Unterstützer suche für soziale Aktionen. Außerdem ermutige ich viele Gremien und Kirchenvorstände, dass sie es ihrerseits wagen zu bitten und sich Unterstützer für die Projekte suchen, die sie angehen wollen. Oft suchen wir Menschen, die uns Geld spenden. Häufig geht es auch um gespendete Zeit und praktische Hilfe, manchmal auch um konkrete Gegenstände. Gemeinsam lässt sich viel bewegen: Da können Schwerstbehinderte Ausflüge machen, auch wenn die Krankenkasse das nicht vorsieht. Da können Jugendliche von der Straße geholt und begleitet werden, auch wenn das Gemeindebudget das nicht hergibt. Da können Sterbende und ihre Angehörige so betreut werden, wie ich es auch einmal für mich erhoffe. Für all solche Projekte bitte ich andere um Hilfe, um Zeit und Geld.

„Ist Ihnen das nicht peinlich,“ werde ich manchmal gefragt, „die Leute so zu nerven?“ Nein, das ist es mir nicht. Denn wenn der Stein gehoben werden muss, dann darf man sich nicht zu schade sein, sich Unterstützer zu suchen. Und außerdem ist eine höfliche und transparente Bitte niemals peinlich oder nervend, sondern schlicht menschlich. Viele Aufgaben in der Kirche, in der Arbeit mit behinderten oder kranken Menschen sind eben nur mit Unterstützern zu lösen. Mit Menschen, die über sich selbst hinausdenken. Allen anderen Behauptungen zum Trotz: Viele Menschen helfen gerne, Gott sei Dank.

Wahrscheinlich ist es ein guter Weg, das Glück zu finden: Sich trauen zu bitten. Und auf solche Bitten zu antworten. Und am Ende ist der Stein gehoben.

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Matthias Richter

Matthias
Richter
Theologischer Direktor des Agaplesion Diakonieklinikums
Elise-Averdiek-Straße 17
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 77-0
Mi. 12.06.13
Vergeben und vergessen?
Vergeben und vergessen?

Einem anderen Menschen vergeben, was er einem Schlimmes angetan hat – das ist der vielleicht schwerste Anspruch an das Leben eines gläubigen Menschen. Ein Mensch, der Gott vertraut, trägt einem anderen Menschen seine Schuld nicht nach. Zugleich gibt es über kaum ein Thema zwischenmenschlicher Konflikte größere Missverständnisse. Sie führen dazu, dass Vergebung im christlichen Sinn auch unter Christen selten gelingt. Muss ich auch vergessen, was ich vergebe? Muss es dann nicht wieder so sein, als wäre nie etwas gewesen? Muss jemand nicht erst bereuen, bevor ihm seine Schuld vergeben werden kann? In vielem schwingt die kindliche Idee mit, Vergebung würde ein Unrecht wie ungeschehen machen. Aber es geht nicht um die Wiedergutmachung der Vergangenheit, sondern um gelingende Zukunft.

„Justitia und pax“ –Gerechtigkeit und Frieden heißt eine Luxemburger Kommission von Christinnen und Christen, die zehn eindrucksvolle Thesen über die Vergebung formuliert haben. Thesen gegen die Selbstüberforderung durch vermeintlich christliche Missverständnisse. Hier sind einige dieser Thesen: „Vergebung ist nicht von einem Geständnis abhängig.“ „Vergebung erfordert keine übereinstimmende Auffassung von der Vergangenheit.“ „Vergebung bedeutet, von meinem natürlichen Recht auf Rache loszulassen, bzw.: Vergebung ist die beste Rache.“ „Vergebung bedeutet nicht, vergessen.“ „Vergebung bedeutet nicht, das Verhalten einer anderen Person zu entschuldigen.“ „Vergebung bedeutet, das Unrecht nicht immer wieder zur Sprache zu bringen.“

Den ganzen hilfreichen Text finden Sie unter flgendem Link: JusPaxT2000.pdf

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Hans-Peter Daub (Superintendent)

 

 

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